Haftschlämme und Haftbrücken sind Grundierungsschichten, die auf Untergründe aufgetragen werden, um den Haftverbund nachfolgender Mörtel-, Putz- oder Beschichtungssysteme zu verbessern.

Was unterscheidet Haftschlämme von Haftbrücken? Der Begriff Haftschlämme wird oft synonym mit Haftbrücke verwendet. Haftschlämmen enthalten meist einen höheren Anteil an Polymervergütung und werden dicker aufgetragen, während klassische Haftbrücken als dünnere, streichfähige Schicht dienen.

Typische Einsatzgebiete umfassen Betoninstandsetzung, Verbundestriche im Innen- und Außenbereich sowie Untergrund für nachfolgende Estrich- oder Fliesensysteme.

Polymervergütete Haftschlämmen enthalten Kunststoffdispersionen, die die Haftfestigkeit und Flexibilität erhöhen. Rein mineralische Varianten werden nur mit Wasser angemischt und eignen sich für Standardanwendungen.

Die Schichtdicke hängt vom Einsatzbereich ab. Für horizontale und vertikale Anwendungen richtet sich der Verbrauch nach der Untergrundbeschaffenheit. Achten Sie darauf, dass die Schichtdicke nicht zu gering ausfällt – zu dünne Aufträge führen zu unzureichender Haftung.

Der Untergrund muss tragfähig, sauber, frei von Trennmitteln, Fetten und losen Teilen sein. Bei Altbeton entfernen Sie carbonatisierte Schichten mechanisch bis auf gesunden Beton. Freiliegenden Bewehrungsstahl reinigen Sie durch Sandstrahlen oder Drahtbürsten. Bei stark saugenden Flächen ist eine Vorbehandlung mit Wasser oder Grundierung erforderlich.

Mischen Sie die Haftschlämme mit sauberem Wasser im vom Hersteller vorgegebenen Verhältnis. Verwenden Sie einen langsam laufenden Rührquirl. Tragen Sie die Masse gleichmäßig mit Quast, Bürste oder Zahnkelle auf – bei vertikalen Flächen in dünnen Lagen, bei horizontalen Flächen mit Rakel oder Glättkelle.

Schützen Sie die frisch aufgetragene Schicht vor direkter Sonneneinstrahlung, Zugluft und Frost. Bei hohen Temperaturen oder starkem Wind befeuchten Sie die Oberfläche leicht nach.