Die dechant hoch- und ingenieurbau gmbh hat den Zuschlag für das Projekt „Konrad 2 - Umladeanlage - Gebäude ZXC/02ZTG/ZPF" erhalten. Auftraggeberin ist die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) mit Sitz in Peine. Der Auftragswert beträgt 19.972.030 EUR. Die Bekanntmachung wurde am 01.10.2026 im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.
Worum geht es bei der Konrad-2-Umladeanlage?
Das Bauvorhaben ist Teil des Endlagers Konrad in Salzgitter, das für die Endlagerung fester und verfestigter radioaktiver Abfälle umgerüstet wird. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung wurde durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit der Wahrnehmung der Aufgaben nach § 9a Absatz 3 Satz 1 des Atomgesetzes beauftragt. In dieser Funktion vergibt sie sämtliche Arbeiten zur Errichtung des Endlagers.
Der konkrete Auftrag umfasst die Erstellung von Gebäuden und Bauwerken der Umladeanlage, die Teil des Projekts „Konrad 2" ist. Die technische Beschreibung in der Bekanntmachung nennt Beton-, Stahlbeton- und Stahlbauarbeiten sowie Ausbaugewerke. Die Anlage soll radioaktive Abfälle für die Endlagerung bereitstellen und umschlagen – ein Bereich, der erhöhte Anforderungen an Dauerhaftigkeit und Abdichtung stellt.
Was umfasst das Leistungsverzeichnis?
Gemäß den CPV-Codes in der Bekanntmachung gehören zum Auftrag:
- 45213150: Bauarbeiten für Lagerhallen
- 45213250: Bauarbeiten für Infrastrukturgebäude
- 45262670: Abriss, Standortvorbereitung und Rodungsarbeiten
- 45311000: Kabelverlegung
Die Kombination deutet darauf hin, dass neben dem eigentlichen Hochbau auch Rückbau bestehender Strukturen, Geländevorbereitung und Medienverlegung zu den Leistungen gehören. Für Bauunternehmen im Bereich Stahlbeton- und Ingenieurbau ist die Verknüpfung von Rohbau und Infrastruktur typisch bei öffentlichen Großprojekten.
Wie lief das Vergabeverfahren?
Die Vergabe erfolgte im nichtoffenen Verfahren (englisch: restricted). Bei diesem Verfahrenstyp können sich interessierte Unternehmen zunächst bewerben; die Vergabestelle wählt dann eine begrenzte Zahl an Bietern aus, die zur Angebotsabgabe aufgefordert werden. Dieses Verfahren setzt meist Eignungsnachweise und eine Vorauswahl voraus.
Laut Bekanntmachung ging insgesamt nur ein Angebot ein. Das ist für ein Projekt dieser Größenordnung ungewöhnlich und deutet entweder auf hohe Eintrittsbarrieren – etwa spezielle Sicherheitsvorgaben, Zertifizierungen oder Verfügbarkeit – oder auf ein sehr enges Interessentenfeld hin. Die geringe Zahl der Bieter kann den Preiswettbewerb einschränken, ist jedoch bei hochspezialisierten Bauvorhaben im Nuklearbereich nicht selten.
Welche Bedeutung hat das Projekt für die Baubranche?
Die Endlagerung radioaktiver Abfälle erfordert außergewöhnliche Anforderungen an Betonqualität, Rissbreitenbegrenzung und Langzeitbeständigkeit. Für Hersteller von Transportbeton, Bewehrungsstahl und Abdichtungssystemen ist das Projekt ein Referenzfall für extreme Expositionsklassen. Die BGE vergibt sukzessive Lose für den Ausbau des Bergwerks Konrad; der jetzige Zuschlag ist einer von mehreren Bauabschnitten.
Vergaben dieser Größenordnung geben Aufschluss über die Marktlage im öffentlichen Ingenieurbau. Mit knapp 20 Millionen Euro liegt der Auftrag im oberen Mittelfeld für Hochbauprojekte und signalisiert weiterhin stabile Nachfrage in der öffentlichen Infrastruktur – ein Bereich, der in den letzten Jahren durch Preissteigerungen bei Zement, Stahl und Energie unter Druck stand.
Wo finden Sie weitere Informationen?
Die vollständige Bekanntmachung ist unter der Kennung 681370-2026 im TED (Tenders Electronic Daily), dem Online-Portal für europäische Ausschreibungen, abrufbar. Sie enthält weitere Details zu Vertragsmodalitäten, Fristen und Kontaktdaten der Vergabestelle.
Ähnliche Großvergaben im Baubereich finden Sie in unserer Übersicht zu Vergabeverfahren. Für Ingenieurbauvorhaben mit erhöhten Anforderungen an Dauerhaftigkeit empfiehlt sich auch ein Blick auf die Expositionsklassen für Beton nach DIN EN 206.


