Die Hydrophobierung mineralischer Baustoffe macht Beton, Ziegel, Naturstein und Mörtel wasserabweisend, ohne ihre Diffusionsfähigkeit zu beeinträchtigen. Der hydrophobierende Wirkstoff belegt die inneren Poren- und Kapillaroberflächen des Baustoffs, verschließt sie aber nicht. Die Poren und Kapillaren bleiben offen, sodass die Atmungsaktivität nahezu unverändert erhalten bleibt. Sie schützen damit die Fassade vor kapillarer Wasseraufnahme, lassen Struktur und Farbe unbeeinflusst und ermöglichen weiterhin den Wasserdampftransport nach außen.
Wie funktioniert die Hydrophobierung auf mineralischen Oberflächen? Alle Hydrophobierungsmittel auf Basis siliciumorganischer Verbindungen benötigen für die Reaktion zum endgültigen Wirkstoff Feuchtigkeit. Diese ist auf jedem Baustoff in ausreichender Menge adsorbiert vorhanden. Die Silikonharzmoleküle binden sich chemisch fest auf der Baustoffoberfläche und recken ihre wasserabstoßenden Molekülteile – die Kohlenwasserstoffketten – in den freien Porenraum. So entsteht eine dauerhafte Barriere gegen eindringendes Wasser, während Wasserdampf weiterhin diffundieren kann.
Gegenüber einem klassischen Anstrich bietet die Hydrophobierung wesentliche Vorteile: Sie ist farblos, stoppt die kapillare Wasseraufnahme und behindert die Wasserdampfdurchlässigkeit nicht. Allerdings lässt sie UV-Strahlung ungehindert durch und schützt den Untergrund nicht vor mechanischen Einflüssen.
Welche Wirkstoffe eignen sich für welche Anwendung? Am Markt werden vier Haupttypen von Hydrophobierungsmitteln unterschieden: Alkoxysilane (vereinfacht Silane genannt) sind im Handel gelöst in wasserfreien Alkoholen wie Isopropanol, in aliphatischen Lösemitteln oder emulgiert in Wasser anzutreffen. Alkoxysiloxane (oft nur Siloxane genannt) werden gelöst in aliphatischen Lösemitteln oder emulgiert in Wasser angeboten. Siliconmikroemulsionskonzentrate (SMK) sind 100-prozentige Siliconprodukte, die mit Wasser verdünnbar sind. Siliconharze (Alkylpolysiloxane) bilden das Endprodukt der chemischen Reaktion auf der Baustoffoberfläche. Alkalisilicate sind hochalkalische Lösungen von Kaliumsiliconat, die mit dem Kohlendioxid der Luft reagieren und dabei ein Siliconharz erzeugen. Als Nebenprodukt entsteht Kaliumcarbonat, das sich als weißer Belag auf der Oberfläche störend bemerkbar machen kann.
Alle vier Wirkstoffe ergeben letztendlich ein Siliconharz als Reaktionsprodukt auf der Baustoffoberfläche. Die allermeisten Handelsprodukte bestehen aus einem Gemisch mehrerer Wirkstoffe und diverser Hilfsstoffe, zum Teil auch in Kombination mit organischen Harzen, Kieselsäureestern oder Titanestern.
Wie prüfen Sie die Wirksamkeit der Hydrophobierung? Der sichtbare Abperleffekt ist das bekannteste Merkmal einer Hydrophobierung. Zur Prüfung spritzen Sie Wasser an die behandelte Fläche und kontrollieren, ob es ungehindert abperlt oder vom Untergrund aufgesogen wird. Diese Prüfung beurteilt jedoch nur die Oberfläche – sie gibt keinen Aufschluss über die dauerhafte Wirksamkeit im Kapillarbereich.

