Die Eckert GmbH und die Lindner SE haben den Zuschlag für das Projekt „V2050: Raumbildender Ausbau (unterirdisch) 2" im Rahmen des Neubaus der Stadtbahn im Europaviertel Frankfurt am Main erhalten. Auftraggeber ist die Stadtbahn Entwicklung und Verkehrsinfrastrukturprojekte Frankfurt GmbH. Der Auftragswert beträgt 4.014.776 EUR. Die Bekanntmachung wurde am 28. September 2026 veröffentlicht. Leistungsumfang: Bahnsteig-Belag und Malerarbeiten Das Projekt ist Teil des Teilabschnitts 3 der Stadtbahnstrecke B im Europaviertel. Die Vergabe erfolgte in zwei Losen. Los 1 (Bodenbelag) umfasst Betonfertigteil arbeiten am Bahnsteig mit ca. 8 m³, Betonwerksteinarbeiten am Bahnsteig mit ca. 2.500 m², Stahlbauarbeiten für 23 Schachtabdeckungen, Estrich-, Fliesen - und Plattenarbeiten in Betriebsräumen mit ca. 1.400 m² sowie Estrich arbeiten am Bahnsteig mit ca. 2.500 m³. Los 2 umfasst Malerarbeiten. Die Auftragsvergabe im offenen Verfahren zeigt den kontinuierlichen Ausbau der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur in Ballungsräumen. Unterirdische Stadtbahnprojekte stellen hohe Anforderungen an die Materialwahl: Betonwerkstein für Bahnsteigflächen muss rutschfest, abriebfest und leicht zu reinigen sein. Die Mengenangaben – insgesamt rund 2.500 m² Bahnsteigfläche und 1.400 m² Betriebsräume – deuten auf einen mehrere hundert Meter langen Streckenabschnitt hin. Warum Betonwerkstein und Estrich im unterirdischen Verkehrsbau? Betonwerkstein bietet eine hohe Druckfestigkeit und Verschleißbeständigkeit, die für stark frequentierte Bahnsteige unerlässlich ist. Anders als keramische Fliesen können großformatige Betonwerkstein-Platten ohne Fugenraster verlegt werden, was die Reinigung erleichtert und die Dauerhaftigkeit erhöht. Estricharbeiten dienen als tragende Schicht für den Oberbelag und müssen im Bahnsteigbereich sowohl die statischen Lasten als auch dynamische Schwingungen durch einfahrende Züge aufnehmen. Die angegebenen 2.500 m³ Estrich am Bahnsteig sind eine erhebliche Menge und lassen auf eine Schichtdicke von rund einem Meter schließen – typisch für Bahnsteigkonstruktionen, die auf Erdreich oder Stahlbetondecken aufbauen. Die Stahlbauarbeiten – 23 Schachtabdeckungen – dienen der Zugänglichkeit zu technischen Anlagen unter dem Bahnsteig. Diese müssen begehbar, abschließbar und oft auch brandschutztechnisch klassifiziert sein. Die Malerarbeiten in Los 2 betreffen üblicherweise Wände, Decken und Einbauten in den Betriebsräumen sowie im Tunnel selbst. Hier kommen oft lösemittelarme, schwer entflammbare Beschichtungen zum Einsatz. Verfahren und Vergabedaten Die Vergabe erfolgte im offenen Verfahren. Die Bekanntmachung trägt die CPV-Codes 45400000, 45300000, 45432100 und 45432130, die Bauinstallations-, Gebäudeausbau- und Bodenbelagsarbeiten abdecken. Die Region ist mit DE712 Frankfurt am Main ausgewiesen. Angaben zur Anzahl eingegangener Angebote liegen nicht vor. Öffentliche Aufträge im Infrastrukturbereich folgen strengen Vergaberegeln, die Transparenz und Wettbewerb sicherstellen sollen. Die Veröffentlichung im europäischen TED-Portal macht die Vergabe EU-weit nachvollziehbar. Einordnung: Materialeinsatz und Nachhaltigkeit Der Materialeinsatz in unterirdischen Verkehrsbauten ist aus Sicht der Nachhaltigkeit zweischneidig. Einerseits sind die eingesetzten Materialien – Beton, Stahl, Estrich – langlebig und wartungsarm. Andererseits ist zirkuläres Bauen bei solchen Infrastrukturen kaum umsetzbar: Estrich und Betonwerkstein sind dauerhaft verklebt und mechanisch verankert. Eine Rückbaubarkeit für späteres Recycling ist konstruktiv nicht vorgesehen. Die Schichtdicke von rund einem Meter bedeutet zudem eine erhebliche CO₂-Last allein durch die Zementmenge im Estrich. Bei künftigen Projekten dieser Art könnte der Einsatz von niedrig-emittierenden Zementen (CEM III, CEM II mit hohem Hüttensandanteil) die CO₂-Intens