Die Züblin Spezialtiefbau GmbH hat den Zuschlag für die Generalunternehmerleistung Baugrube, Verbau, Tiefgründung und Wasserhaltung einschließlich Planungsleistungen am Neubau der 7. Gesamtschule in Mönchengladbach erhalten. Auftraggeber ist das Gebäudemanagement der Stadt Mönchengladbach (gmmg). Der Auftragswert beträgt 6.836.534 EUR. Die Bekanntmachung wurde am 27. Oktober 2026 veröffentlicht.
Projektbeschreibung und Leistungsumfang
Das Gebäudemanagement der Stadt Mönchengladbach errichtet auf einem bislang unbebauten Grundstück südlich der Stadtmitte einen Neubau für eine Gesamtschule. Das Grundstück liegt in unmittelbarer Nähe zum Hochschulcampus und zum Grenzlandstadion, nördlich der Breite Straße. Geplant ist eine 6-zügige Sekundarstufe I sowie eine 3-zügige Sekundarstufe II. Das Schulgebäude wird in zwei Bauabschnitten realisiert. Gegenstand der Ausschreibung sind die Erstellung von Baugrube und Verbau sowie Tiefgründung und Wasserhaltung einschließlich Planungsleistungen für den ersten Bauabschnitt. Die CPV-Codes 45262212 und 45262210 kennzeichnen den Auftrag als Spezialtiefbauarbeiten.
Anforderungen an Baugrube und Tiefgründung bei mehrgeschossigen Schulbauten
Baugrubensicherung und Tiefgründung zählen zu den kritischen Gewerken bei Schulbauten dieser Größenordnung. Je nach Baugrundverhältnissen kommen Spundwandverbau, Trägerbohlwände oder Schlitzwände zum Einsatz. Bei instabilen oder wasserführenden Bodenschichten ist eine temporäre Wasserhaltung erforderlich, um die Aushub- und Gründungsarbeiten trocken durchführen zu können. Die Tiefgründung – etwa durch Bohrpfähle, Rammpfähle oder Großbohrpfähle – überträgt die Lasten mehrgeschossiger Gebäude in tragfähige tiefere Bodenschichten. Besonders bei Gesamtschulen mit Sporthallen, Aula und Fachraumtrakten entstehen punktuelle Hochlasten, die eine sorgfältige Dimensionierung der Stahlbeton-Gründungselemente verlangen. Die Planungsleistungen umfassen in der Regel statische Nachweise, Baugrundgutachten sowie die Abstimmung mit dem Tragwerksplaner des Hochbaus.
Verfahren und Vergabe
Die Vergabe erfolgte im offenen Verfahren. Die Ausschreibung war europaweit veröffentlicht, die Region ist als DEA15 (Mönchengladbach) klassifiziert. Angaben zur Anzahl eingegangener Angebote oder konkurrierender Bieter liegen nicht vor.
Bedeutung für den Bildungsbau in Mönchengladbach
Der Neubau der 7. Gesamtschule ergänzt die Schulinfrastruktur der Stadt Mönchengladbach. Die Lage nahe dem Hochschulcampus und dem Grenzlandstadion bildet ein zentrales Bildungs- und Freizeitareal südlich der Stadtmitte. Schulbauten dieser Größenordnung – mit Platz für bis zu neun Jahrgänge in zwei Sekundarstufen – erfordern substanzielle Investitionen in die Infrastruktur, insbesondere in die Gründungs- und Erschließungsarbeiten. Für die Baugrube und Tiefgründung ist eine Koordination mit weiteren Gewerken erforderlich, darunter die Rohbauarbeiten, die Versorgungsinfrastruktur und die künftige Außenanlage. Die Umsetzung in zwei Bauabschnitten erlaubt eine gestaffelte Inbetriebnahme und verringert das Risiko von Bauverzögerungen.
Quelle
Die Vergabebekanntmachung ist im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union unter der Kennung 748254-2026 veröffentlicht. Weitere Informationen zu verwandten Vergabeverfahren finden Sie in unserem Artikel zur Rohbauvergabe am Lindenau-Museum Altenburg sowie zum Tiefbauauftrag an der Kläranlage Aurich.

