Die Söll Gerüstbau GmbH hat den Zuschlag für die Gerüstbauarbeiten im Rahmen der Ofensanierung am Krematorium Nürnberg erhalten. Der Auftrag wurde vom Hochbauamt der Stadt Nürnberg im offenen Verfahren vergeben und umfasst einen Auftragswert von 6.011.360 EUR. Die Bekanntmachung erfolgte am 19.10.2026 auf der europäischen Vergabeplattform TED.
Gegenstand: Krematorium-Sanierung mit Erweiterungsbau
Das Projekt betrifft das Krematorium am Westfriedhof Nürnberg in der Schnieglinger Straße 71. Im Zuge der Sanierung ist eine bauliche Erweiterung des Technikgebäudes erforderlich. Das Bestandsgebäude wird dabei saniert, umgebaut und mit gleicher Traufhöhe erweitert. Die Erweiterung erfolgt in westlicher Richtung, um den größtmöglichen Abstand zu den denkmalgeschützten Bestandsgebäudeteilen zu wahren.
Die Gerüstbauarbeiten stellen eine wesentliche Voraussetzung für die bauliche Umsetzung dar. Als wichtige Randbedingung ist die Ausführung des Vorhabens in insgesamt fünf Bauphasen untergliedert. Diese Phasierung erfordert eine präzise Abstimmung der temporären Gerüststrukturen auf den jeweiligen Baufortschritt und die laufenden Arbeiten am denkmalgeschützten Gebäudeteil.
Technische Einordnung: Gerüstbau bei Denkmalschutz und laufendem Betrieb
Krematorien stellen besondere Anforderungen an die Baustellenlogistik und den temporären Brandschutz. Die Ofensanierung erfordert in der Regel Zugang zu hohen Technikbereichen, während gleichzeitig der Betrieb oder Teilbetrieb aufrechterhalten werden muss. Die Gerüstkonstruktion muss daher Lasten für schwere technische Anlagen und eine sichere Montageumgebung gewährleisten.
Die denkmalgeschützte Bausubstanz stellt zusätzliche Anforderungen an die Befestigung und Lastableitung der Gerüste. Temporäre Schutzmaßnahmen, etwa gegen Witterung oder Staubbelastung, sind bei fünfphasigen Bauabläufen besonders komplex, da einzelne Gerüstabschnitte über längere Zeiträume stehen bleiben und mehrfach umgebaut werden müssen.
Vergabeverfahren und CPV-Codes
Das Hochbauamt der Stadt Nürnberg führte das Verfahren als offene Ausschreibung durch. Die Leistung ist unter den CPV-Codes 45262100, 44212310, 44212317 und 45262110 klassifiziert. Die Codes decken Gerüstbau, Ofeninstallation und verwandte Bauarbeiten ab. Die Region wurde mit dem Code DE254 (Nürnberg) angegeben.
Hintergrund: Denkmalschutz und technische Infrastruktur im Krematoriumsbau
Krematorien verbinden denkmalgeschützte Trauerarchitektur mit hochtemperaturtechnischer Infrastruktur. Die Ofentechnik unterliegt strengen Emissionsvorgaben gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) und Immissionsschutzrecht. Sanierungen erfordern daher sowohl restauratorische Sorgfalt als auch spezifische Gerüstlösungen für Lasten, Höhen und den Schutz der historischen Bausubstanz.
Die Phasierung in fünf Bauabschnitte deutet darauf hin, dass Teile des Krematoriums während der Sanierung weiter betrieben werden sollen oder dass aufeinander abgestimmte Gewerke nacheinander installiert werden. Dies erfordert flexible Gerüstsysteme, die Umbau und Teilrückbau ohne Neuerrichtung ermöglichen.
Verwandte Projekte im Baubereich
Vergleichbare öffentliche Bauvorhaben mit mehrstufigen Gerüstarbeiten wurden in jüngerer Zeit etwa bei Schulgebäudesanierungen vergeben. Bei Projekten mit denkmalgeschützter Bausubstanz kommen zudem spezielle Abdichtungslösungen und temporäre Wetterschutzhüllen zum Einsatz, die ebenfalls in die Gerüstplanung integriert werden müssen.
Quelle und Transparenz
Die Vergabebekanntmachung wurde am 19.10.2026 auf der europäischen TED-Plattform veröffentlicht und ist unter der Referenznummer 724517-2026 abrufbar. Die öffentliche Ausschreibung folgt den Vorgaben der EU-Vergaberichtlinien für Bauaufträge oberhalb der Schwellenwerte.


