Die Verbandsgemeinde Prüm hat den Zuschlag für den Umbau und die Erweiterung der Kläranlage Oberes Prümtal an die Weiland HTS GmbH erteilt. Der Auftragswert beträgt 4.150.152 EUR. Die Arbeiten umfassen Erd-, Abbruch-, Beton-, Mauer- und Straßenbauarbeiten an der in Watzerath gelegenen Anlage. Die Vergabebekanntmachung wurde am 04.10.2026 veröffentlicht und bezieht sich auf ein offenes Verfahren.

Anlass und Umfang der Baumaßnahme

Die Kläranlage Oberes Prümtal wurde 1989 als mechanisch-biologische Reinigungsanlage in Betrieb genommen. Sie liegt in der Gemarkung Watzerath, rund 6 km südwestlich von Prüm, und leitet das gereinigte Abwasser in die Prüm ein. Ziel der Baumaßnahme ist die energetische, verfahrenstechnische und wirtschaftliche Optimierung der Anlage. Die Ausführungsplanung sowie die Einzelheiten des Leistungsumfangs gehen aus den beiliegenden Planunterlagen, Gutachten und dem Leistungsverzeichnis hervor.

Umfang der Gewerke

Der Auftrag umfasst ein breites Spektrum an Bauleistungen. Die in der Bekanntmachung genannten CPV-Codes 45111100, 45112000, 45262500 und 45262300 weisen auf unterschiedliche Bereiche hin:

  • Erdarbeiten zur Vorbereitung der Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen
  • Abbrucharbeiten an bestehenden Anlagenteilen und Bauteilen
  • Betonarbeiten, vermutlich für neue Becken, Fundamente oder Tragwerke im Bereich der Abwasserbehandlung
  • Mauerarbeiten für Wände oder Einfassungen
  • Straßenbauarbeiten, die auch Zuwegungen und befestigte Flächen auf dem Anlagengelände umfassen können

Die Kombination dieser Gewerke deutet auf eine umfassende bauliche Neuordnung des Kläranlagengeländes hin. Beton wird voraussichtlich für tragende Bauteile und wasserdichte Becken eingesetzt, während die Abdichtung von Anlagenteilen besondere Anforderungen an Dauerhaftigkeit und Beständigkeit stellt. Der Stahlbeton-Einsatz ist typisch für Wasserbauwerke, da er Stabilität und Widerstandsfähigkeit gegenüber chemischen und mechanischen Belastungen bietet.

Verfahren und Zuschlag

Die Vergabe erfolgte im offenen Verfahren. Die Bekanntmachung nennt die Region DEB23 – Prüm als Standort der Maßnahme. Die Planunterlagen, die dem Auftragnehmer vorliegen, entsprechen dem derzeitigen Stand der Ausführungsplanung. Die Weiland HTS GmbH hat den Zuschlag erhalten und wird die Arbeiten ausführen.

Technische Anforderungen bei Kläranlagen-Sanierungen

Umbau- und Erweiterungsprojekte an bestehenden Kläranlagen müssen hohe Anforderungen an die Dauerhaftigkeit der eingesetzten Baustoffe erfüllen. Betonbauteile in Abwasseranlagen sind wechselnden chemischen Belastungen ausgesetzt, insbesondere durch Sulfate und aggressive Säuren, die bei biologischen Abbauprozessen entstehen. Die Wahl der richtigen Expositionsklasse und der Druckfestigkeitsklasse ist entscheidend für die Lebensdauer der Bauwerke. Oft kommen Betone mit niedriger Permeabilität und speziellen chemisch-technischen Zusätzen zum Einsatz, um die Bewehrungskorrosion zu minimieren.

Vergleichbare Projekte im Bereich der kommunalen Infrastruktur sind etwa die Rohbau-Vergaben für öffentliche Bauten oder die Außenanlagen-Sanierung in Warburg, die ebenfalls die Kombination aus Erd-, Beton- und Straßenbauarbeiten erforderten.

Quelle und weitere Informationen

Die detaillierte Bekanntmachung ist im europäischen Vergaberegister TED unter der Referenz 683805-2026 abrufbar. Sie enthält die vollständigen Angaben zu den Leistungspositionen, den Fristen und den technischen Anforderungen.