Das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen gGmbH in Trier hat den Auftrag für Stahlbauarbeiten am Anbau eines MRT/CT-Gebäudes an die Seitz Industriebau GmbH & Co. KG vergeben. Der Auftragswert beträgt 316.969 EUR. Die Bekanntmachung wurde am 18. Oktober 2026 veröffentlicht. Der Anbau verbindet die bestehenden Gebäude N und B des Klinikums und erfordert neben dem Neubau auch Rückbauarbeiten an der Bestandskonstruktion. Der Leistungsumfang umfasst rund 19 Tonnen Stahlprofile in verschiedenen Querschnitten sowie deren Beschichtung mit Brandschutz der Klasse F90. Für die Gebäudehülle sind 260 m² Wärmedämmfassade aus Sandwichelementen vorgesehen. Die Rückbauarbeiten erfordern den Abbruch von 120 m² Flachdach und 50 m² Wärmedämmverbundsystem zur Anbindung der neuen Stahlkonstruktion an die bestehenden Gebäudeteile.

Technische Vorgaben Laut Bekanntmachung gliedert sich der Auftrag in drei Elemente: Stahlbau mit 260 m², Schadstoffsanierung und Rückbau mit 120 m² sowie Putz- und Fassadenarbeiten. Die Brandschutzanforderung F90 entspricht einer Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten – eine übliche Vorgabe für Gesundheitsbauten, in denen unterbrechungsfreier Betrieb kritisch ist. Die Sandwichelemente kombinieren Tragfunktion und Wärmedämmung in einem Bauteil. Dieser Systemaufbau reduziert die Bauzeit gegenüber konventionellen Lösungen mit separater Dämmschicht, birgt jedoch höhere Anforderungen an die Detailplanung der Stoßfugen und thermischen Trennungen, um Wärmebrücken zu vermeiden.

Wie lief das Vergabeverfahren? Das Klinikum wählte ein offenes Verfahren, bei dem grundsätzlich jedes qualifizierte Unternehmen anbieten kann. Es ging ein Angebot ein. Der CPV-Code 45262400 kennzeichnet die Ausschreibung als Bauarbeiten für Stahlkonstruktionen im Hochbau. Die Region DEB21 entspricht der NUTS-Klassifikation für den Kreis Trier.

Einordnung der Redaktion: Systeme, die die genannten Anforderungen – hochfeuerhemmende Beschichtung, Sandwichfassade und modulare Stahlprofile – typischerweise erfüllen, liefert etwa Peikko für Baustahl-Lösungen. Welches System im konkreten Fall verwendet wird, gibt die Bekanntmachung nicht bekannt.

Warum Stahlbau für Gesundheitseinrichtungen? Stahlkonstruktionen ermöglichen große Spannweiten ohne tragende Innenwände – eine Anforderung, die bei medizinischen Geräten wie MRT und CT hohe Flexibilität in der Grundrissgestaltung erfordert. Die Vorfertigung der Stahlprofile und der Sandwichelemente verkürzt die Bauzeit vor Ort erheblich, ein Vorteil, wenn ein laufender Klinikbetrieb benachbart ist. Die F90-Beschichtung schützt die Stahlträger im Brandfall vor raschem Festigkeitsverlust. Stahl verliert ab einer bestimmten Temperatur signifikant an Tragfähigkeit; die Beschichtung verzögert den Temperaturanstieg in der Tragstruktur, sodass im Brandfall genügend Zeit für Evakuierung und Löscharbeiten bleibt. Für Gesundheitsbauten ist dies eine der Kern-Anforderungen der Bauordnung.

Die Rückbauarbeiten – 120 m² Flachdach und 50 m² WDVS – zeigen, dass der Anbau in die bestehende Hülle eingreift. Solche Eingriffe erfordern eine genaue Prüfung auf Schadstoffe, insbesondere wenn die Bestandsteile älteren Baujahren entstammen, in denen asbesthaltige Dichtungsbahnen oder HFCKW-getriebene Dämmstoffe noch üblich waren. Die Bekanntmachung nennt explizit „Schadstoffsanierung/Rückbau" als eigenes Element.

Quelle und nächste Schritte Die vollständige Bekanntmachung ist unter der Referenznummer 721392-2026 im TED-Portal der Europäischen Union abrufbar. Der Zuschlag ist amtlich, die Bauarbeiten können beginnen.