Die Metall & Stahlbau Schmickler GmbH hat den Zuschlag für die Metallbauarbeiten am Neubau Gebäude B der Technischen Hochschule Köln auf dem Campus Deutz erhalten. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Köln vergab den Auftrag mit einem Volumen von 377.008 EUR. Die Bekanntmachung wurde am 01.10.2026 auf der europäischen Vergabeplattform TED veröffentlicht.

Welche Leistungen umfasst der Auftrag? Der Auftrag umfasst mehrere Baustahl-Komponenten für den Campus-Neubau. Das Leistungsverzeichnis führt folgende Positionen auf: 18,5 t Unterkonstruktion für Stahlblechbekleidung und bauseitige PV-Anlage 120 m² Bekleidung aus Stahlblechen 160 m Stahlblechgeländer 450 m Handlauf aus Stahl 2 St. Gitterroste Die Unterkonstruktion trägt sowohl die Fassadenbekleidung als auch eine Photovoltaik-Anlage, die bauseits installiert wird. Diese Doppelfunktion stellt besondere Anforderungen an Lastverteilung und Montagetoleranz. Die 18,5 Tonnen Stahl müssen die dynamischen und statischen Lasten der PV-Module aufnehmen und zugleich die Fassadenebene präzise ausrichten.

Hochschulbau und Energieinfrastruktur Der Campus Deutz der Technischen Hochschule Köln wird mit dem Gebäude B erweitert. Die Integration einer PV-Anlage in die Baustahl-Fassade entspricht dem Trend, Hochschulbauten als Demonstrationsobjekte für Gebäudeenergiekonzepte zu nutzen. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW verwaltet landeseigene Immobilien und setzt auf gebäudeintegrierte Photovoltaik, um den Energiebedarf öffentlicher Bauten zu senken und die Klimaziele des Landes Nordrhein-Westfalen zu erreichen.

Die Stahlblechbekleidung mit 120 m² Fläche übernimmt neben der Tragfunktion auch die Fassadenfunktion. Stahlblechfassaden sind wartungsarm und langlebig, erfordern aber eine präzise Planung der thermischen Trennung, um Wärmebrücken zu vermeiden. Die Geländer und Handläufe aus Stahl sichern Zugänge und Dachflächen, die für Wartung und Inspektion der PV-Anlage begehbar sein müssen.

Wie lief das Vergabeverfahren ab? Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Köln führte ein offenes Verfahren durch. Es ging ein Angebot ein, das den Zuschlag erhielt. Die Vergabe erfolgte nach CPV-Codes 45223110 (Stahlkonstruktionsarbeiten) und 45262670 (Geländer- und Schutzsystemarbeiten). Die geringe Zahl der Angebote kann auf die spezifische Kombination aus Fassadenunterkonstruktion und PV-Tragwerk zurückgehen, die nicht jedes Metallbauunternehmen im Portfolio hat. Offene Verfahren gemäß EU-Vergaberecht ermöglichen allen interessierten Bietern die Teilnahme ohne Präqualifikation. Die Bekanntmachung auf TED stellt die europaweite Transparenz sicher. Die Region DEA23 Köln kennzeichnet den Ort der Leistungserbringung nach der NUTS-Klassifikation der Europäischen Union.

Dokumentation und Nachvollziehbarkeit Die Vergabeunterlagen spezifizieren Stahl als Material. Detaillierte Angaben zu Stahlgüte, Korrosionsschutz oder Brandschutzanforderungen enthält die öffentliche Bekanntmachung nicht. Diese Parameter sind in den technischen Spezifikationen der Ausschreibung festgelegt, die nur den Bietern zugänglich waren. Für PV-Tragwerke gelten besondere Anforderungen an die statische Nachrechnung, da Modullasten, Windlasten und Schneelasten überlagert werden. Die Dokumentation öffentlicher Aufträge auf der TED-Plattform dient der Markttransparenz und ermöglicht Wettbewerbsanalysen. Hersteller von Baustahl-Systemen können aus den Vergabemustern ableiten, welche Kombinationen aus Fassade und Energietechnik bei öffentlichen Bauherren nachgefragt werden. Für die Baustoffindustrie sind solche Daten Indikatoren für Markttrends im Bereich gebäudeintegrierter Photovoltaik. Die vollständige Bekanntmachung ist unter der Referenznummer 677975-2026 auf der europäischen Vergabeplattform TED abrufbar.