Gunnar Groebler, CEO der Salzgitter AG, warnt im HAZ-Interview vor einer fortschreitenden Deindustrialisierung und sinkender Attraktivität des Standorts Deutschland. Die Salzgitter AG, einer der größten Stahlproduzenten für Bewehrungsstahl und Trägerprofile, plant den Umstieg auf CO2-reduzierte Direktreduktion – doch ungeklärte Rahmenbedingungen bei Energiepreisen und Fördermitteln bremsen Investitionsentscheidungen. Für die Baubranche bedeutet das: Lieferketten für klimaoptimierten Baustahl könnten sich verzögern, während EU-weit strengere Anforderungen an embodied carbon in Stahlkonstruktionen (Stichwort: Level(s), EPDs) greifen. Ohne planbare Industriepolitik droht Deutschland den Anschluss an Wettbewerber in Skandinavien und Benelux zu verlieren, die bereits heute grünen Stahl in Pilotprojekten verbauen.