Sikaflex-Produkte gehören zu den Bauchemie-Klassikern im professionellen Kleben und Dichten. Die Produktfamilie umfasst elastische Dichtstoffe und Klebstoffe für den Bau- und Industriebereich. Sika setzt dabei auf verschiedene chemische Plattformen: Polyurethan-Systeme, Polysulfid-Dichtstoffe und die neue Purform®-Technologie. Jede dieser Technologien adressiert spezifische Anforderungen auf der Baustelle – von der Fuge im Bodenbelag über Abdichtungen in Trinkwasserbehältern bis zur chemikalienresistenten Fuge in LAU-Anlagen.

Welche Sikaflex-Technologien gibt es am Bau?

Das Produktportfolio gliedert sich nach Chemie und Anwendungsbereich. Polyurethan-Dichtstoffe wie Sikaflex-11 FC oder Sikaflex PRO-3 bilden das Rückgrat für klassische Abdichtungs- und Klebeanwendungen. Sie härten feuchtigkeitsaktiviert aus und bieten hohe Haftfestigkeit auf mineralischen Untergründen sowie Metall und Kunststoff. Polysulfid-Systeme wie Sikaflex CR 170 kommen dort zum Einsatz, wo chemische Beständigkeit gegen wassergefährdende Flüssigkeiten gefordert ist – etwa in Anlagen zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen solcher Medien. Das zweikomponentige System verfügt über eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für LAU-Anlagen.

Die jüngste Entwicklung ist die Purform®-Technologie: Sie basiert auf reinen Vorpolymeren mit extrem niedrigem Gehalt an monomeren Diisocyanaten. Diese Weiterentwicklung übertrifft die REACH-Beschränkungen deutlich – professionelle Anwender benötigen keine verpflichtende Sicherheitsschulung gemäß der seit August 2023 geltenden REACH-Verordnung. Produkte wie Sikaflex-11 FC Purform® und Sikaflex PRO-3 Purform® vereinen die bewährte mechanische Leistung von Polyurethan mit erhöhter Arbeitssicherheit.

Wo setzen Sie Sikaflex-Produkte auf der Baustelle ein?

Die Einsatzgebiete erstrecken sich über nahezu alle baulichen Abdichtungsaufgaben:

  • Bodenfugensysteme: Elastische Fugenabdichtung in Industrieböden, Estrich-Fugen und Parkett-Randfugen
  • Fliesen- und Natursteinsysteme: Bewegungsfugen in keramischen Belägen und Naturstein-Verkleidungen
  • Bauwerksabdichtung: Anschlussfugen an Fenstern, Türen und Fassadenelementen
  • Becken und Behälter: Abdichtung in Trinkwasserbehältern, Abwasseranlagen und Schwimmbädern
  • LAU-Anlagen: Chemikalienresistente Fugenabdichtung mit Zulassung für wassergefährdende Flüssigkeiten

Was leistet die Purform®-Plattform im Vergleich zu herkömmlichem Polyurethan?

Purform® beginnt bei der Synthese der Polyurethan-Bausteine: Durch Kontrolle der Vorpolymer-Reinheit erreicht Sika extrem niedrige Restgehalte an monomeren Diisocyanaten. Das bringt Ihnen auf der Baustelle zwei Vorteile: Die Produkte härten schneller aus und erreichen frühere Belastbarkeit. Gleichzeitig entfällt die für herkömmliche Polyurethan-Systeme ab August 2023 vorgeschriebene Schulungspflicht gemäß REACH – ein Zeitvorteil bei der Personalplanung. Die mechanischen Eigenschaften – Festigkeit, Flexibilität und Dauerhaftigkeit – entsprechen weiterhin dem Hochleistungs-Polyurethan-Standard, der Polyurethan zur ersten Wahl für anspruchsvolle Anwendungen macht.

Wie verarbeiten Sie Sikaflex-Dichtstoffe fachgerecht?

Die Verarbeitung folgt den üblichen Grundsätzen für elastische Fugendichtstoffe. Der Untergrund muss trocken, tragfähig und frei von Trennmitteln sein. Bei Polysulfid-Systemen wie Sikaflex CR 170 mischen Sie die beiden Komponenten im vorgeschriebenen Verhältnis – entweder mit Handwerkzeug für kleine Mengen oder maschinell für größere Fugenvolumina. Die gießfähige Variante Sikaflex CR 171 eignet sich für horizontale Bodenfugen mit Gefälle bis maximal 2 Prozent und nivelliert selbstständig.

Polyurethan-Dichtstoffe härten durch Luftfeuchtigkeit aus. Achten Sie auf ausreichende Belüftung und vermeiden Sie vollständig abgeschlossene Hohlräume, in denen keine Aushärtung stattfinden kann. Bei der Purform®-Variante verkürzt sich die Standzeit bis zur Überarbeitbarkeit – ein Zeitvorteil bei getakteten Bauabläufen.

Wann benötigen Sie eine bauaufsichtliche Zulassung für Ihre Fuge?

Bei Abdichtungen in LAU-Anlagen – Anlagen zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen wassergefährdender Flüssigkeiten – ist eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Pflicht. Sikaflex CR 170 verfügt über diese Zulassung und erfüllt die Anforderungen an chemische Beständigkeit und Langzeitdichtigkeit. Für Standardanwendungen im Hochbau, in Bodenfugen oder Fassadenfugen reicht die CE-Kennzeichnung nach harmonisierten Normen. Detaillierte Verarbeitungsrichtlinien und Leistungserklärungen finden Sie in den Produktdatenblättern und im Download-Center des Herstellers.

Praxis-Tipp: Fugen machen nur einen kleinen Bruchteil der Baukosten aus, ihr Versagen verursacht aber überproportional hohe Folgekosten durch Wasserschäden und Sanierung. Wählen Sie Dichtstoffe nach Langzeitbeständigkeit und nicht nach Erstpreis. Die Investition in geprüfte Systeme mit Zulassung zahlt sich über die Nutzungsdauer des Bauwerks mehrfach aus. Weitere Informationen zu Abdichtungssystemen und Klebesystemen im Bauwesen helfen Ihnen bei der Systemauswahl.