Die Hansestadt Anklam hat den Zuschlag für das Projekt „Umbau und Sanierung der Nikolaikirche Anklam zur Integration des Lilienthal Flight Museum (LFM)“ an die H.O.Schlüter GmbH vergeben. Der Auftragswert beträgt 324.864 EUR. Ausführungsort ist die Region DE80N – Anklam. Gegenstand des Auftrags ist die denkmalgerechte Sanierung der Nikolaikirche im Zuge ihrer Umnutzung als Museumsstandort.
Laut Bekanntmachung soll das Kirchengebäude parallel zur Wiederherstellung der städtebaulichen Fassung des zentralen Marktplatzes einer dauerhaften Nutzung als Lilienthal Flight Museum zugeführt werden. Vorgesehen ist zudem die Wiederaufrichtung des Turmhelms in seiner ursprünglichen Höhe von ca. 103 m in Anlehnung an die bauzeitliche Form. Der Mauerwerksbestand weist laut Bekanntmachung eine Vielzahl unterschiedlicher Schadbilder auf, die sich in unterschiedlich starker Ausprägung und Verteilung überlagern. An vielen Bereichen liegen stärkere Schädigungsgrade an den Maueroberflächen vor – betroffen sind sowohl der Innenraum als auch die Fassade.
Welche Gewerke umfasst die Sanierung?
Die Bekanntmachung nennt für das Vorhaben folgende Elemente:
Als Materialien werden Stahlbeton, Stahl und Gips genannt. Für Verglasungen sieht die Ausschreibung VSG sowie Brandschutzglas vor. Bei den Putz- und Fassadenarbeiten wird eine Menge von 0,3 m angegeben. Beim Fassadenputz und der Mauerwerkssanierung an einem historischen Baukörper wie der Nikolaikirche sind Mörtelsysteme gefragt, die sich mit dem Bestandsmaterial vertragen, ohne die denkmalgeschützte Substanz zu schädigen.
Welche Brandschutz- und Normanforderungen gelten?
Für den Brandschutz werden die Klassifizierungen EI30 und F30 genannt. Ausstattung und Anforderungen umfassen laut Bekanntmachung Brandschutz und Denkmalschutz. Als Norm wird DIN EN 179 aufgeführt. Die zugehörigen CPV-Codes lauten 45212300, 92522200 und 45262670.
Wie lief das Vergabeverfahren ab?
Der Zuschlag erfolgte im offenen Verfahren (open). Bei der Ausschreibung ist ein Angebot eingegangen. Die Bekanntmachung wurde am 29.10.2026 veröffentlicht.
Einordnung der Redaktion
Systeme, die die in der Bekanntmachung genannten Anforderungen an Mauerwerk, Estrich, Trockenbau und Bauchemie typischerweise erfüllen, stammen unter anderem von Anbietern wie Knauf, Sika und Mapei im Bereich Mörtel, Putz und Bauchemie sowie Xella und Wienerberger im Bereich Mauerwerksbaustoffe. Ob und welche dieser Systeme im konkreten Projekt zum Einsatz kommen, geht aus der Bekanntmachung nicht hervor – die Nennung dient ausschließlich der fachlichen Einordnung des Leistungsbilds.
Für die Sanierungslogik historischer Mauerwerksbauten mit vergleichbaren Schadbildern bietet der Begriff Mauerwerk ebenso wie die Einordnung zu Bewehrungskorrosion bei Stahlbetonbauteilen weiterführenden Kontext. Vergleichbare Denkmalprojekte mit Gerüst- und Fassadenarbeiten finden sich in der Baustoffradar-Berichterstattung etwa zum denkmalgeschützten Bettenhaus in München.
Details zum Vergabeverfahren sind in der TED-Bekanntmachung einsehbar.

