Eine Arbeitsgemeinschaft aus CARL BAU GmbH Berlin, Kaminski + Brendel Hauptstadtmaler GmbH und MAB Maler und Ausbauer GmbH hat den Zuschlag für Los 2 des GU-Rahmenvertrags 2026 „Dach und Fassade_Schlüsselfertiges Bauen" erhalten. Auftraggeber sind die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH sowie weitere Träger des Landes Berlin, darunter das Sondervermögen Immobilien des Landes Berlin (SILB), der Liegenschaftsfonds Berlin, der Berliner Bodenfonds (BBF) und das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF). Der Auftragswert beläuft sich auf 32.352.941 EUR. Die Bekanntmachung wurde am 28. Oktober 2026 veröffentlicht.
Welche Leistungen umfasst der Rahmenvertrag?
Die ausgeschriebenen Leistungen betreffen Abrufarbeiten in diversen Hochbaugewerken – konkret Abdichtung, Dach- und Fassadenarbeiten im Rahmen schlüsselfertigen Bauens. Ziel ist die schnelle Herrichtung von Räumen, Flächen und Objekten: Büro- und Verwaltungsräumlichkeiten mit Nebenräumen, Kulturräume, flexible Arbeitsorte, Flüchtlingsunterkünfte sowie der Abbau von Leerstandsflächen. Das Leistungsverzeichnis bildet die Grundlage; es handelt sich primär um Ausbauleistungen im BIM-Portfolio, die sich vor allem auf Büro- und Verwaltungsobjekte konzentrieren.
Konkret werden folgende Gewerke abgerufen:
- Dacharbeiten: Herstellung, Reparatur und Sanierung von Dach- und Wandflächen, einschließlich Abdichtung und Anschlussarbeiten
- Fassadenarbeiten: Putz-, Klinkerbau-, Blechverkleidungs- und Wärmedämmverbundsystem-Arbeiten (WDVS)
- Ausbau: Maler- und Lackierarbeiten, Trockenbau sowie weitere flankierende Gewerke zur schnellen Inbetriebnahme
Warum ein Rahmenvertrag statt Einzelvergaben?
Rahmenverträge ermöglichen es öffentlichen Auftraggebern, bei Bedarf rasch und ohne erneute Ausschreibung Leistungen abzurufen. Für Sie als ausführendes Unternehmen bedeutet das: planbare Auftragsvolumina über einen definierten Zeitraum, dafür aber auch die Verpflichtung, kurzfristig verfügbare Kapazitäten vorzuhalten. Die Abrechnung erfolgt in der Regel nach tatsächlich abgerufenem Umfang; der genannte Auftragswert von 32,4 Millionen EUR ist die kalkulierte Obergrenze für die Vertragslaufzeit.
Vergabeverfahren und Formalien
Das Verfahren wurde als offenes Verfahren durchgeführt. Die CPV-Codes der Bekanntmachung lauten 45260000 (Dachdeckungs- und sonstige spezielle Bauarbeiten), 45262100 (Errichtung von Gerüsten), 45262500 (Mauerarbeiten) sowie 45262670 (Arbeiten für Gebäudeverkleidungen). Geografisch bezieht sich der Auftrag auf die Region DE300 – Berlin.
Was Sie bei Dach- und Fassadenarbeiten in Rahmenverträgen beachten sollten
Wenn Sie als Verarbeiterin an ähnlichen Aufträgen mitwirken, beachten Sie folgende Punkte:
- Materialbeschaffung: Rahmenverträge mit kurzen Abruffristen erfordern vorgehaltene WDVS-Komponenten, Dämmstoffe und Fassadenputz-Materialien, um Lieferzeiten zu minimieren.
- Koordination: Bei ARGE-Aufträgen ist die Schnittstellenabstimmung zwischen Dachdeckern, Fassadenbauern und Malergewerken entscheidend – klare Ausführungsfristen im Leistungsverzeichnis helfen Ihnen, Ihre Arbeitsschritte zu planen.
- Untergrund und Bestandsarbeiten: Viele der Objekte betreffen bestehende Liegenschaften. Prüfen Sie bei WDVS-Sanierungen den Untergrund auf Tragfähigkeit und Feuchtigkeit; bei Abdichtung von Flachdächern ist eine sorgfältige Vortrocknung Pflicht.
Praxis-Take-away
Der Zuschlag zeigt, dass öffentliche Auftraggeber in Berlin auf leistungsfähige Arbeitsgemeinschaften setzen, die Dach- und Fassadengewerke aus einer Hand liefern können. Für ausführende Betriebe bedeutet das: Kooperationsfähigkeit, kurzfristige Verfügbarkeit und eine robuste Materiallogistik sind Wettbewerbsvorteile. Vergleichbare Rahmenverträge finden Sie regelmäßig auf TED; die Bekanntmachung zu diesem Zuschlag ist unter https://ted.europa.eu/de/notice/-/detail/750537-2026 einsehbar. Weitere öffentliche Aufträge für Dach- und Fassadensanierung sowie Innenausbau finden Sie unter diesem Artikel zum Innenausbau-Auftrag für ein Feuerwehrhaus oder zur Metallbau-Vergabe am Schulcampus Grevesmühlen.
