Injektionsharze sind reaktive, niedrig- bis mittelviskose Harzsysteme auf Basis von Polyurethan (PU), Epoxidharz (EP), Acrylatgel oder Silikat. Sie werden mittels Packer und Pumpe in Risse, Fugen, Poren oder Hohlräume in Beton, Mauerwerk oder Fels eingebracht. Nach dem Einbringen reagieren die Komponenten chemisch und härten zu einer abdichtenden, verklebenden oder verfestigenden Struktur aus.

Das Ziel ist entweder die Wiederherstellung der Dichtigkeit gegen drückendes und nicht drückendes Wasser, die Tragfähigkeitsverbesserung durch kraftschlüssiges Verkleben oder die Untergrundkonsolidierung in durchlässigen oder rissigen Zonen.

Wann setzen Sie Polyurethan-, wann Epoxidharz-Systeme ein?

Die Wahl des Harzsystems hängt von der Rissart, dem Feuchtezustand und dem Sanierungsziel ab. Injektionsharze auf Polyurethanbasis kommen bei der Abdichtung von Bauwerken gegen drückendes und nicht drückendes Wasser zum Einsatz. PUR-Harze reagieren durch Ausdehnung und härten elastisch aus, können also dynamische Risse tolerieren.

Injektionsharze auf Epoxid-Basis werden zur statischen Sanierung tragender Bauteile verwendet. Epoxidharze zeichnen sich durch hohe Festigkeit und Haftzug aus. Sie sind für ruhende Risse in trockenem bis leicht feuchtem Untergrund ausgelegt.

Wie wählen Sie die richtige Viskosität?

Je nach Rissbreite und Untergrund kommen entweder starre oder flexible Harzsysteme zum Einsatz. Besonders dünnflüssige Injektionsharze verfügen über eine hohe Eindringfähigkeit und ermöglichen das Füllen feiner Haarrisse. Für breitere Fugen oder Hohlräume bieten sich mittelviskose Systeme an.

Welche Anwendungsverfahren gibt es?

In der Praxis werden Rissinjektion, Fugenverpressung und Schleierinjektion gezielt kombiniert. Bei der Rissinjektion wird das Harz gezielt in einzelne Trennfugen oder Risse gedrückt, um die Dichtigkeit oder den Kraftschluss wiederherzustellen. Die Fugenverpressung kommt bei Arbeitsfugen, Dehnfugen oder Bewegungsfugen zum Einsatz. Die Schleierinjektion verfestigt größere Bereiche im Untergrund flächig und wird insbesondere bei durchlässigem Mauerwerk oder porösem Gestein genutzt.

Welche Verarbeitungsschritte müssen Sie beachten?

Untergrundvorbereitung: Risse und Fugen müssen sauber und frei von losen Teilen und Ölen sein. Bei starker Durchfeuchtung oder aktivem Wasserzutritt entscheiden Sie sich für PUR-Systeme. Material mischen und pumpen: Mischen Sie die Komponenten im vorgegebenen Verhältnis und pumpen Sie das Harz mit kontrolliertem Druck in den Riss. Nach der Aushärtung entfernen Sie Packer und verschließen die Bohrlöcher.

Kombinieren Sie Injektion mit mechanischen Verfahren

Wo Betonzangen oder Stein- und Betonspaltgeräte zum Einsatz kommen, lassen sich Rissverpressung, Fugensanierung und Hohlraumverfüllung nutzen, um Arbeitsbereiche zu sichern, Feuchtigkeitszutritte zu kontrollieren und den Bauteilverbund lokal zu verbessern. Eine gezielte Rissinjektion ermöglicht die temporäre Stabilisierung ausgebrochener Bereiche, die Abdichtung wasserführender Risse sowie die Verfüllung von Hohlstellen.