Die DIN 18534 ersetzt seit Mitte 2017 die bis dahin gültige Abdichtungsnorm DIN 18195 für Innenräume. Sie gilt für die Planung und Ausführung von Abdichtungen für Boden- und Wandflächen in Innenräumen mit bahnenförmigen Abdichtungsstoffen sowie flüssig aufzubringenden Stoffen. Die Norm behandelt Anwendungsbereiche, in denen mit einer maximalen Anstauhöhe von Brauch- und Reinigungswasser von bis zu 10 cm zu rechnen ist.
Die Normreihe gliedert sich in sechs Teile, die Sie immer zusammen mit Teil 1 betrachten müssen:
Teil 1: Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze – allgemeine Regeln für alle Abdichtungsstoffe
Teil 2: Abdichtung mit bahnenförmigen Abdichtungsstoffen
Teil 3: Abdichtung mit flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen im Verbund mit Fliesen und Platten (AIV-F)
Teil 4: Abdichtung mit Gussasphalt oder Asphaltmastix
Teil 5: Abdichtung mit bahnenförmigen Abdichtungsstoffen im Verbund mit Fliesen und Platten (AIV-B)
Teil 6: Abdichtung mit plattenförmigen Abdichtungsstoffen im Verbund mit Fliesen und Platten (AIV-P)
Mit der Norm wird auch die Verwendung bahnenförmiger und flüssig zu verarbeitender Abdichtungsstoffe als Verbundabdichtung unter keramischen Belägen normativ geregelt. Der Status als Normabdichtung erleichtert die tägliche Praxis deutlich und ermöglicht ein strukturiertes Arbeiten. Allerdings ist seitdem immer ein Systemprüfnachweis erforderlich – und zwar nicht nur für öffentliche Gebäude, sondern auch im privaten Bereich.
Anwendungsbereiche der DIN 18534
In den Anwendungsbereich der Norm fallen wasserbeanspruchte Flächen in Innenräumen, zum Beispiel:
Bäder, Küchen, Nasszellen (Duschen), Bodenflächen mit Ablauf, Produktionsflächen und gewerblich genutzte Flächen, Bodenflächen von Kleingaragen (da sie zu den untergeordneten Verkehrsflächen zählen).
Nicht in den Anwendungsbereich fallen wasserabweisende Anstriche, Beschichtungen und Beläge, vorgefertigte Elemente wie Duschen und Nasszellen (wenn sie nicht nach dieser Norm abgedichtet werden sollen) sowie wasserundurchlässige Bauteile aus Beton.
Wassereinwirkungsklassen
Teil 1 der Norm definiert vier Wassereinwirkungsklassen, die Ihre Materialwahl und Ausführung bestimmen:
W0-I: geringe Wassereinwirkung
W1-I: mäßige Wassereinwirkung
W2-I: hohe Wassereinwirkung
W3-I: sehr hohe Wassereinwirkung
Häusliche Badezimmer werden höchstens der Wassereinwirkungsklasse W2-I zugeordnet. Die Klasse W3-I ist im Grunde genommen auf öffentliche oder gewerbliche Flächen beschränkt. Die planerischen Vorgaben – etwa Nutzungshäufigkeit, Reinigungsintervalle oder Oberflächengefälle – wirken sich direkt auf die zuzuordnende Wassereinwirkungsklasse aus.
Ausführungsregeln auf der Baustelle
Abdichtungen von Bodenflächen in Badezimmern und Nassräumen müssen Sie mindestens fünf Zentimeter über Oberkante Fertigfußboden (OKFF) hochführen. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, die Abdichtung unter dem Estrich oder im Verbund mit dem keramischen Belag aufzubringen. Beachten Sie dabei die jeweiligen Systemprüfnachweise der Hersteller – nur geprüfte Systeme erfüllen die Normvorgaben.
Für flüssig zu verarbeitende Abdichtungsstoffe im Verbund mit Fliesen und Platten (Teil 3) gelten spezifische Verarbeitungsanforderungen, die Sie der jeweiligen Herstellerangabe entnehmen.
Zusammenhang mit anderen Abdichtungsnormen
Die DIN 18534 ist Teil der Normenreihe D