Trass ist ein natürliches Puzzolan – ein feinvermahlenes vulkanisches Tuffgestein, das in Kombination mit Kalkhydrat oder Zement hydraulische Eigenschaften entwickelt. Als Zuschlagstoff in Mörtel und Putz verbessert Trass die Dauerhaftigkeit mineralischer Baustoffe und verhindert insbesondere bei Naturstein-Anwendungen unerwünschte Ausblühungen.

Was ist Trass und wie entsteht er? Trass bezeichnet ein natürliches Puzzolan, das durch vulkanische Tätigkeit entstanden ist. In Deutschland ist rheinischer Trass aus der Eifel bekannt, während bayerischer Trass – auch Suevit genannt – durch Meteoriteneinschlag im heutigen Nördlinger Ries entstand. Trass ist ein gemahlener Tuffstein, der amorphe Kieselsäure enthält. Als puzzolanisches Material ist er überwiegend amorph und kann im alkalischen Milieu in Lösung gehen. Chemisch besteht Trass aus Siliciumdioxid, Tonerde, Kalkstein, Eisenoxid und alkalischen Stoffen, die zumeist unter Hitzeeinwirkung entstanden sind.

Wie funktioniert die puzzolanische Reaktion? Trass erhärtet nicht selbstständig, sondern erhält seine Eigenschaften als hydraulisches Bindemittel erst durch Zusatz von Kalkhydrat oder Zement. Man spricht deshalb von einem latent-hydraulischen Bindemittel. In Verbindung mit Calciumhydroxid und Wasser sind Puzzolane bei normaler Temperatur zur chemischen Reaktion unter hydraulischer Erhärtung fähig. Bei der puzzolanischen Reaktion reagieren Trass und Calciumhydroxid zu Calciumsilicathydraten und Calciumaluminathydraten. Trass verbindet sich dabei mit dem bei der Zementsteinbildung abgespaltenen Kalkhydrat und verhindert so Ausblühungen.

Anwendungsbereiche: Trasszement und Natursteinfugen. Trasszement ist ein Zement, der durch Zuschlag von Trass wasserdicht gemacht wird. Typische Einsatzgebiete sind: Auskleidung von Wasserbecken und wasserführenden Bauteilen, Verlegen und Vermörteln von Natursteinplatten, Restaurierungsarbeiten an historischen Bauwerken sowie Putz- und Mörtelarbeiten mit hohen Anforderungen an die Dauerhaftigkeit. Bei Verwendung von Trasszement treten wesentlich weniger Ausblühungen an Naturwerksteinen auf als bei ungeeigneten reinen Portlandzementen.

Weitere Puzzolane und ihre Bedeutung. Neben natürlichen Puzzolanen wie Trass gibt es künstliche Puzzolane, die als Zuschlagstoffe zur Herstellung von Mörtel oder Beton verwendet werden. Dazu zählen Ziegelmehl (gebrannte Tonerde) und Flugasche aus mit Stein- oder Braunkohle befeuerten Kraftwerken. Auch Hüttensand weist puzzolanische Eigenschaften auf.

Verarbeitung und Nachbehandlung. Trasshaltige Mörtel reagieren während des Erhärtens empfindlich auf niedrige Temperaturen und zu geringe Wasserzugabe. Die Verarbeitung erfolgt durch langsames Einstreuen des Mörtels in sauberes, kaltes Leitungswasser und homogenes Anmischen für circa zwei Minuten. Nach dem Einbringen in die Fugen sollte die Fläche circa fünf Tage vor Schlagregen, Sonneneinstrahlung, Zugluft, Frost und zu hohen (über 25 °C) oder niedrigen (unter 5 °C) Temperaturen geschützt werden.

Nachhaltigkeitsperspektive: Trass als Klinkerersatz. Aus Sicht der Baustoffnachhaltigkeit ist Trass als natürlicher Zuschlagstoff von Interesse, weil er den Klinkeranteil im Zement reduzieren kann. Puzzolane wie Trass ermöglichen Portlandkompositzemente, die einen niedrigeren Klinkerfaktor aufweisen als reine Portlandzemente. Die verfügbaren Mengen natürlicher Puzzolane sind allerdings begrenzt, weshalb künstliche Puzzolane wie Flugasche und Hüttensand im industriellen Maßstab eine größere Rolle spielen. Für Architekten und Planer bietet Trass vor allem bei der Sanierung historischer Bausubstanz und beim Verlegen hochwertiger Natursteine eine technisch bewährte Lösung.