Eine Sortimentserweiterung, die sich auf die Praxis im Dachausbau und in der Zwischensparrendämmung auswirken könnte: ISOVER (Saint-Gobain) bringt neue Klemmfilze auf den Markt. Der zur Saint-Gobain-Gruppe gehörende Dämmstoffhersteller reagiert damit auf die differenzierte Nachfrage nach Mineralwolle-Lösungen, die sich zwischen Sanierungsvorhaben mit unregelmäßigen Sparrenabständen und standardisierten Neubaukonstruktionen unterscheidet.

Die neuen Klemmfilze ergänzen das bestehende ISOVER-Portfolio und sollen Verarbeitern ein erweitertes Spektrum an Rohdichten und Klemmwirkungen bieten. Entscheidend für Planer ist dabei die Balance zwischen ausreichender Kompressibilität für klemmsichere Verlegung und der strukturellen Stabilität, die Setzung über die Nutzungsdauer verhindert. Mineralwolle-Klemmfilze erreichen typischerweise Lambda-Werte zwischen 0,032 und 0,040 W/(m·K) und werden nach DIN EN 13162 klassifiziert. Die Brandklasse A1 gemäß DIN EN 13501-1 macht sie insbesondere für Holzbaukonstruktionen interessant, wo nichtbrennbare Dämmstoffe gefordert sind.

Für den Einsatz im Bestand ergeben sich praktische Vorteile: Bei Altbausanierungen weichen Sparrenabstände häufig von den Normmaßen 62,5 cm oder 58 cm ab. Klemmfilze mit erhöhter Kompressibilität können diese Varianz durch Überdimensionierung ausgleichen, ohne dass Zuschnittabfälle entstehen. Im Neubau hingegen ermöglichen exakt vorkonfektionierte Formate eine schnellere Verlegung bei geringerem Materialverschnitt. Die Herstellerangaben zu Wärmeleitfähigkeit und Dämmdicke bestimmen dabei die Auslegung nach EnEV-Nachfolger GEG.

Die Marktpositionierung erfolgt in einem Umfeld zunehmender Konsolidierung im europäischen Dämmstoffmarkt, wie aktuelle Übernahmen im Sektor zeigen. Während ROCKWOOL als Hauptwettbewerber ebenfalls auf Steinwoll-Klemmfilze setzt, differenziert sich ISOVER über Produktvarianten für spezifische Anwendungen. Die Sortimentserweiterung erfolgt zeitlich parallel zu ISOVERs Fokus auf nachhaltigkeitsgetriebenes Wachstum, wobei Recyclinganteile und EPD-Daten zunehmend kaufentscheidend werden. Für Installateure bleibt die Handhabung auf der Baustelle das zentrale Kriterium: Klemmkraft, Gewicht pro m² und Staubentwicklung bestimmen die Verarbeitungsgeschwindigkeit unmittelbar.