Cross Laminated Timber (CLT), im Deutschen als Kreuzlagenholz oder Kreuzlagenhölzer bezeichnet, sind mehrschichtige Holzwerkstoffe aus quer zueinander verleimten Brettern. Sie bilden großformatige, ebene Platten, die in tragenden Konstruktionen des modernen Holzbaus eingesetzt werden.
Aufbau und Herstellung
CLT-Elemente bestehen aus mindestens drei Schichten von Brettern, die abwechselnd um 90° versetzt und mit Holzleimen verleimt sind. Typischerweise werden zwei bis elf Schichten verarbeitet. Die Bretter bestehen üblicherweise aus Fichten-, Kiefern- oder Tannenholz und haben Dicken von 20 bis 40 mm. Die Querverflechtung erzeugt eine Platte mit hoher Biegefestigkeit in beide Richtungen und verringert die Quellung und Schwinden gegenüber Massivholz erheblich.
Technische Eigenschaften
Die Rohdichte von CLT liegt zwischen 420 und 480 kg/m³. Die charakteristische Biegefestigkeit beträgt je nach Ausführung und Klassifizierung zwischen 16 und 24 N/mm², die Druckfestigkeit parallel zur Faser etwa 14 bis 17 N/mm². Die Feuchteausgleichsfähigkeit ist auf etwa 12 bis 15 % Holzfeuchte bei 20 °C und 65 % relativer Luftfeuchte stabilisiert. Der Schallschutzindex liegt bei typischen Aufbauten (200 bis 240 mm Gesamtdicke) bei etwa 40 bis 42 dB. Der Brandschutz wird durch Oberflächenverkohlung (ca. 7 mm pro 30 Minuten) erreicht; CLT-Platten haben in der Regel eine Euroklasse D-s2, d0 oder D-s1, d0.
Anwendungen und Tragfähigkeit
CLT-Elemente dienen als Deckenplatten, Wandelemente und teilweise als Dachkonstruktionen. Typische Plattendicken für Wohngebäude liegen zwischen 120 und 240 mm, je nach Spannweite und Lasten. Eine 200 mm dicke CLT-Platte trägt bei einer Spannweite von 6 m unter Wohnlasten (5 kN/m²) etwa 7 bis 9 kN/m² Nutzlast zuzüglich Eigengewicht (ca. 100 kg/m²). Die Elastizitätsmodule betragen in Längsfaserrichtung etwa 8000 bis 12000 N/mm² und senkrecht dazu 300 bis 600 N/mm².
Regelwerk und Qualität
CLT-Elemente werden in der Europäischen Norm EN 16351 geregelt. Diese definiert Anforderungen an Rohstoffe, Leimsysteme (üblicherweise MUF oder PUR-Leime), Verarbeitung und Qualitätssicherung. Die Norm fordert regelmäßige Prüfungen der Biegefestigkeit, Scherfestigkeit und Feuchteaufnahme. Nationale Zulassungen und Bewertungen bestehen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das GEG (Gebäudeenergiegesetz) berücksichtigt CLT als nachwachsenden Rohstoff mit positivem CO₂-Bilanzpotential.
Verarbeitung und Montage
CLT-Platten werden CAD-gesteuert zugeschnitten und erhalten Ausschnitte für Fenster, Türen und technische Durchführungen bereits in der Fabrik. Die Verbindung erfolgt durch Stahlverbinder (Dübel, Gewindestangen), Klebstoffe oder kombinierte Systeme. Flankenscherfugen erfordern besondere Aufmerksamkeit, da hier Schwachstellen entstehen können. Die Verarbeitungstemperatur sollte zwischen 12 und 25 °C liegen; bei kälteren Bedingungen sinkt die Leimfestigkeit.
