Die Gemeinde Veitshöchheim hat den Zuschlag für das Projekt „GS EDS, Haus 6 - Terrazzobeton als Gussterrazzo" an die Terrazzo-Beton GmbH vergeben. Der Auftragswert beläuft sich auf 294.053 EUR. Das Vergabeverfahren wurde als offenes Verfahren durchgeführt, bei dem ein Angebot einging. Die Bekanntmachung wurde am 7. Oktober 2026 veröffentlicht.

Leistungsumfang und technische Spezifikation

Der Auftrag umfasst Oberbelagsarbeiten mit Terrazzobeton als Gussterrazzo, einschichtig verlegt. Die Arbeiten erstrecken sich auf Fluren, Räume und als Fliese in den Treppenhäusern. Das Material wird in drei unterschiedlichen Ausprägungen eingesetzt: Gussterrazzo: 980 m² Gesamtfläche, Winkelstufen: 180 lfm, Plattenbelag (Aufzug): 32 m².

Gussterrazzo zählt zu den traditionellen mineralischen Bodenbelägen, die aus einem Gemisch aus Zementmatrix und natürlichen oder künstlichen Gesteinskörnungen bestehen. Die einschichtige Verlegung bedeutet, dass Nutz- und Verschleißschicht in einem Arbeitsgang ausgeführt werden, was die Dauerhaftigkeit und Belastbarkeit des Belags erhöht. Insbesondere in öffentlichen Gebäuden wie Schulen ist die mechanische Beanspruchung hoch; Terrazzobeton bietet hier Vorteile durch hohe Druckfestigkeit und geringe Abnutzung.

Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft: Terrazzo im Fokus

Aus Sicht der nachhaltigen Baustoffe bietet Terrazzo Potenzial für zirkuläres Bauen. Die Verwendung von Zement als Bindemittel bedeutet zwar eine CO₂-Last, doch können in modernen Rezepturen Zuschlagstoffe aus Recyclingbaustoffen integriert werden – etwa Abbruchgranulat oder industrielle Nebenprodukte wie Hüttensand. Entscheidend ist die Langlebigkeit: Ein Gussterrazzo-Belag hält bei fachgerechter Ausführung und Pflege mehrere Jahrzehnte, was die initiale CO₂-Emission über die Nutzungsdauer relativiert. In einer Kreislaufwirtschafts-Perspektive bleibt jedoch die Rückbaubarkeit eine Herausforderung, da Terrazzo fest mit dem Untergrund verbunden ist und sich nur mechanisch entfernen lässt.

Vergabeverfahren und Wettbewerbssituation

Das offene Verfahren ermöglichte allen interessierten Unternehmen die Teilnahme. Dass nur ein Angebot eingereicht wurde, kann auf die Spezialisierung des Gewerks hindeuten: Gussterrazzo-Arbeiten erfordern Fachkenntnis in der Materialzusammenstellung, der Oberflächenbearbeitung und im Schleifen sowie Polieren. Die handwerkliche Tradition der Terrazzotechnik ist in Deutschland weniger verbreitet als in südeuropäischen Ländern, was den Kreis qualifizierter Anbieter einschränkt. Die Vergabe zeigt, dass öffentliche Auftraggeber auch bei anspruchsvollen Nischengewerken auf Transparenz setzen und EU-weite Ausschreibungen nutzen, um rechtssichere Verfahren zu gewährleisten.

Einordnung: Terrazzo im öffentlichen Bau

Gussterrazzo erlebt in den vergangenen Jahren eine Renaissance im öffentlichen und kommerziellen Bau. Architekten schätzen die gestalterische Vielfalt durch unterschiedliche Körnungen, Farben und Oberflächenbehandlungen. Zugleich erfüllt das Material hohe bauphysikalische Anforderungen: trittsicher, hygienisch, reinigungsfreundlich und beständig gegenüber Feuchtigkeit und Chemikalien. In Schulen ist die Rutschsicherheit ein zentrales Kriterium; entsprechende Oberflächenprofile lassen sich durch Körnung und Nachbehandlung einstellen. Die Verwendung in Treppenhäusern als Winkelstufe und im Aufzugsbereich als Plattenbelag unterstreicht die Funktionalität des Materials für unterschiedliche bauliche Anforderungen.

Quelle und CPV-Klassifikation

Die Vergabebekanntmachung ist unter der CPV-Code-Nummer 45262321 gelistet, die Oberbelagsarbeiten zugeordnet ist. Die Veröffentlichung erfolgte über das europäische Tender-Portal TED (Tenders Electronic Daily). Die Gemeinde Veitshöchheim liegt in der Region DE26C und betreibt mit dem