Eine positive Entwicklung in einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld: Der Holzbaustoff-Hersteller STEICO hat seine eigene Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr übertroffen und signalisiert damit eine stabile Performance im Segment Holzfaserdämmung und konstruktiver Holzwerkstoffe. Die Nachricht ist insofern bemerkenswert, als die europäische Baukonjunktur nach wie vor von hohen Zinsen, gestiegenen Materialkosten und zurückhaltenden Baugenehmigungen geprägt ist.
STEICO fokussiert sich als Systemanbieter auf zwei Kernsegmente: Holzfaserdämmstoffe für die ökologische Gebäudehülle sowie Konstruktionsholzprodukte wie Brettschichtholz (BSH) und Furnierschichtholz für den mehrgeschossigen Holzbau. Beide Bereiche profitieren von regulatorischen Rahmenbedingungen, die CO₂-arme Bauweisen begünstigen. Während ROCKWOOL und ISOVER im Mineralwollsegment teils mit Überkapazitäten und Standortschließungen konfrontiert sind, scheint die Nachfrage nach natürlichen Dämmstoffen robuster. Planer schätzen zunehmend die günstigen Ökobilanzen und die Fähigkeit von Holzfaserdämmung, Feuchtigkeit zu puffern – ein Vorteil gegenüber synthetischen Materialien wie EPS oder XPS.
Die übertroffene Prognose lässt darauf schließen, dass STEICO sowohl von Marktanteilsgewinnen als auch von einer gestiegenen Bereitschaft profitiert, Mehrkosten für nachhaltige Lösungen zu tragen. Insbesondere im mehrgeschossigen Holzbau – etwa mit Brettsperrholz (CLT) und Holzrahmenbauweise – zeigt sich eine anhaltende Dynamik, getragen von kommunalen Nachhaltigkeitszielen und dem Wunsch nach geringeren Embodied-Carbon-Werten. Für den Sektor insgesamt ist die Entwicklung ein Indikator, dass sich Produktspezialisierung und stringente Positionierung im Nachhaltigkeitssegment auch in volatilen Phasen auszahlen können.
Ob die positive Tendenz Bestand hat, wird sich im weiteren Jahresverlauf zeigen – abhängig von der Entwicklung der Wohnungsbauzahlen, der Verfügbarkeit von Fördermitteln für energetische Sanierung und der Wettbewerbsposition gegenüber konventionellen Dämmstoffen. Für Baustoffhändler und Planer bleibt die Beobachtung von Herstellerkapazitäten, Lieferfähigkeit und Preisstabilität im Holzfaser- und Holzwerkstoff-Segment relevant – insbesondere, wenn Großprojekte mit hohen ESG-Anforderungen anstehen.


