EN 13318 legt die verbindlichen Begriffe für Estrichmörtel und Estriche in Europa fest. Die Norm schafft eine gemeinsame Fachsprache für Planer, Verarbeiter und Hersteller und bildet die terminologische Grundlage für alle weiteren europäischen Estrichnormen. Die aktuelle Ausgabe von März 2026 löst die Fassung von 2000 ab und umfasst Deutsch, Englisch und Französisch als mehrsprachige Version. Sie regelt die Kurzbezeichnungen nach Bindemittel und definiert die Bauarten.

Welche Estricharten unterscheidet die Norm nach Bindemittel?

Die EN 13318 führt fünf Estricharten mit standardisierten Kurzbezeichnungen ein, die sich nach dem verwendeten Bindemittel richten:

  • CT – Zementestrich: Auf Basis von Portlandzement; besonders druckfest und feuchtigkeitsunempfindlich.
  • CA – Calciumsulfatestrich: Auf Anhydrit- oder Gipsbasis; maßhaltig und für Fußbodenheizung geeignet.
  • MA – Magnesiaestrich: Auf Basis von Magnesiumoxid; früher gebräuchlich, heute selten.
  • AS – Gussasphaltestrich: Bitumengebunden; fugenfrei und feuchtigkeitsbeständig.
  • SR – Kunstharzestrich: Auf Reaktionsharzbasis; chemikalienbeständig und dünn aufzutragen.

Diese Kurzbezeichnungen sollten Sie konsistent in Leistungsverzeichnissen, Prüfberichten und Ausschreibungsunterlagen verwenden, um Missverständnisse bei der Untergrundvorbereitung und Bodenbelagsverlegung zu vermeiden. Die genormte Terminologie sorgt für eindeutige Kommunikation zwischen allen Beteiligten am Bau.

Welche Estrichbauarten definiert EN 13318?

Neben den Materialbezeichnungen definiert die Norm vier zentrale Bauarten, die den Aufbau und die konstruktive Anbindung des Estrichs beschreiben:

  • Verbundestrich: Direkt mit dem tragenden Untergrund verklebt oder verankert. Diese Bauart erfordert eine sorgfältige Vorbehandlung des Untergrunds mit Haftbrücken oder Haftschlämme, um dauerhafte Scherfestigkeit zu gewährleisten.
  • Estrich auf Trennschicht: Durch eine Folie oder Lage vom Untergrund getrennt. Die Trennschicht verhindert Feuchtigkeitsmigration und ermöglicht unterschiedliche Bewegungen zwischen Estrich und Untergrund.
  • Schwimmender Estrich: Auf einer Dämmschicht verlegt, ohne starre Verbindung zu Wänden oder Decke – die Standardbauart im Wohnungsbau. Dämmlagen aus Mineralwolle oder EPS sorgen für Trittschallschutz und Wärmedämmung.
  • Heizestrich: Umschließt oder überdeckt Heizelemente wie Rohre einer Fußbodenheizung. Die Wärmeleitfähigkeit und das Schwindverhalten des Estrichs spielen hier eine zentrale Rolle für die spätere Funktion.

Für Verarbeiter ist die korrekte Zuordnung zur Bauart entscheidend: Schwimmende Estriche benötigen Randdämmstreifen und ausreichende Mindestdicken, während Verbundestriche oft dünner ausgeführt werden können, aber höhere Anforderungen an den Untergrund stellen. Trennlagen im Estrichbau müssen überlappend und fugenlos verlegt werden, um Feuchteschäden zu vermeiden.

Wie greift EN 13318 mit anderen Normen ineinander?

Die in EN 13318 festgelegten Begriffe werden in EN 13813 direkt angewendet. EN 13813 klassifiziert Estrichmörtel und Estrichmassen nach Bindemittelklasse und Festigkeitsklasse und legt Leistungsanforderungen fest. Die deutsche Anwendungsnorm DIN 18560 wiederum konkretisiert Ausführungsregeln, Mindestdicken und Prüfverfahren für verschiedene Estrichbauarten. Wer Leistungsverzeichnisse erstellt oder Ausschreibungen prüft, sollte die genormten Kurzbezeichnungen CT, CA, MA, AS und SR konsistent verwenden.

Die Norm bildet damit die sprachliche Klammer für das gesamte europäische Regelwerk zu Estrichen. Ohne einheitliche Begriffe würden nationale Unterschiede in der Terminologie zu Missverständnissen bei grenzüberschreitenden Projekten führen. Prüfberichte, technische Datenblätter und Zulassungen referenzieren deshalb stets auf die in EN 13318 definierten Begriffe.

Praxis-Take-away

Nutzen Sie in allen Unterlagen die genormten Kurzbezeichnungen CT, CA, MA, AS und SR, um Estricharten eindeutig zu benennen. Prüfen Sie bei der Untergrundvorbereitung, ob die gewählte Bauart – Verbund, Trennschicht, schwimmend oder Heizestrich – zu den konstruktiven Randbedingungen passt. Die korrekte Terminologie nach EN 13318 verhindert kostspielige Missverständnisse und erleichtert die Kommunikation mit Planern, Prüfingenieuren und Baustofflieferanten. Achten Sie darauf, dass technische Datenblätter und Prüfzeugnisse die genormten Bezeichnungen verwenden – das erleichtert die Nachweisführung bei Abnahmen und späteren Reklamationen.