Eine Produktoptimierung, die Auswirkungen auf die Montageeffizienz im Dachhandwerk haben könnte: Der Hersteller Creaton hat seinen bewährten Dachziegel MZ3 Klassik technisch überarbeitet und mit einem erweiterten Verschiebebereich ausgestattet. Die Neuerung zielt darauf ab, die Flexibilität bei der Verlegung zu erhöhen und gleichzeitig den Zeitaufwand auf der Baustelle zu reduzieren.
Der überarbeitete MZ3 Klassik ermöglicht Dachdeckern nun einen größeren Spielraum beim Ausrichten der Ziegel auf der Lattung. Während der bisherige Verschiebebereich vor allem bei komplizierten Dachgeometrien oder nachträglichen Anpassungen an Grenzen stieß, soll die Neukonstruktion insbesondere bei Gauben, Kehlen und Anschlüssen an Dachfenstern Zeit einsparen. Für Bauunternehmen könnte dies messbare Kostenvorteile bedeuten: Reduzierte Verlegezeiten senken die Lohnkosten pro Quadratmeter Dachfläche, während gleichzeitig der Verschnitt minimiert wird.
Technisch bleibt der MZ3 Klassik seinen bewährten Materialeigenschaften treu. Der Tonziegel erfüllt weiterhin die Anforderungen der DIN EN 1304 für keramische Dachziegel und erreicht die Brandklasse A1 nach DIN 4102-4 – ein entscheidendes Kriterium für den Einsatz in Gebäuden mit erhöhten Brandschutzanforderungen. Die Rohdichte und Frostbeständigkeit entsprechen den Vorgaben für den Einsatz in allen deutschen Klimazonen.
Aus Sicht der Verarbeitungsökonomie dürfte der erweiterte Verschiebebereich vor allem bei Sanierungsprojekten und Bestandsbauten mit unregelmäßigen Dachflächen relevant sein. Planer sollten bei der Ausschreibung die möglichen Zeitersparnisse einkalkulieren, insbesondere wenn alternative Deckungsarten mit geringerer Anpassungsfähigkeit verglichen werden. Dachdecker berichten bei ähnlichen Produktoptimierungen von Zeiteinsparungen zwischen 10 und 15 Prozent bei komplexen Dachformen – ein Wert, der bei aktuellen Fachkräfteengpässen wirtschaftlich durchaus ins Gewicht fällt.
Creaton positioniert die Überarbeitung als Antwort auf Rückmeldungen aus dem Handwerk. Ob die technische Anpassung langfristig Marktanteile gegenüber Wettbewerbern wie Erlus oder BMI/Braas sichern kann, wird sich in der Praxis zeigen. Entscheidend wird sein, ob die Montagevorteile in der Kalkulation von Dachdeckerbetrieben tatsächlich zu messbaren Kostenvorteilen führen.



