Schnellestriche basieren auf speziellen Zement-Formulierungen, die durch hydraulische Erhärtung bereits nach einem Tag begehbar sind und die Verlegreife für keramische Beläge erreichen. Die ARDURAPID-Technologie von ARDEX nutzt kristalline Wasserbindung: Das Anmachwasser wird vollständig in die Kristallstruktur eingebaut, sodass keine freie Feuchtigkeit im Estrich verbleibt. Nach vier Tagen können elastische und textile Beläge sowie Parkett aufgebracht werden.

Wie funktioniert der ARDURAPID-Effekt?

Herkömmliche Zementestriche enthalten nach der Hydratation noch Restfeuchte, die physikalisch trocknen muss. Der ARDURAPID-Mechanismus dagegen bindet das Anmachwasser chemisch in die Kristallstruktur der Hydratphasen ein. Dadurch entfällt die klassische Austrocknungsphase weitgehend. Die hydraulische Erhärtung sorgt für schnelle Festigkeitsentwicklung, während die kristalline Bindung des Wassers Ausblühungen und Schüsseln des Estrichs verhindert.

ARDEX A 35 ist ein Schnellzement mit ARDURAPID-Effekt, der nach drei Stunden begehbar ist. ARDEX A 58 ist ein schwundarmer Schnellestrich-Zement zum Herstellen schnell nutzbarer Zementestriche auf Dämmschicht, auf Trennschicht und im Verbund. Beide Produkte ermöglichen frühe Begehbarkeit und Belegreife.

Anwendungsbereiche und Einbau

Schnellestriche eignen sich für Verbundestriche, schwimmende Estriche auf Dämmschicht, Estriche auf Trennschicht sowie Heizestriche. Die Verarbeitungszeit liegt bei bis zu 120 Minuten, was eine sichere Einbringung auch größerer Flächen ermöglicht. Bereits beim ersten Abziehen entsteht eine glatte, geschlossene Oberfläche. Durch die spezielle Rezeptur härten und trocknen die Produkte nahezu schwind- und spannungsfrei aus, was eine hohe Formstabilität gewährleistet. Große Estrichflächen lassen sich fugenlos einbringen.

Für die Herstellung von Verbundestrichen auf Beton, Zementestrichen sowie alten Terrazzo-, Fliesen- und Betonwerksteinbelägen wird ARDEX A 18 als Haftschlämme eingesetzt. Die Haftzugfestigkeit auf Beton beträgt über 1,5 N/mm². Die Haftbrücke ist auch für Ausbesserungsarbeiten mit Zementmörteln geeignet.

Technische Leistungsmerkmale

Die Schnellestrich-Bindemittel erfüllen die Anforderungen der DIN 18560 und EN 13813. Die Festigkeitsklassen reichen von CT-C35-F5 bis CT-C45-F5. Der Materialbedarf liegt bei etwa 2,6 kg/m²/cm Pulver im Mischungsverhältnis 1:6, was die Produkte besonders ergiebig macht. Die Emissionswerte entsprechen der Klasse EC1 plus R, was die Eignung für Innenräume mit hohen Anforderungen an die Raumluftqualität unterstreicht.

Untergrundvorbereitung und Verarbeitungshinweise

Der Untergrund muss eben, fest, griffig, rissfrei, trocken, tragfähig und trennmittelfrei sein. Die Vorbereitung beginnt mit gründlicher Reinigung durch Kehren und Saugen; bei stark verschmutzten oder nicht tragfähigen Oberflächen kommen Schleifen, Fräsen oder Kugelstrahlen zum Einsatz. Risse im Estrich müssen vor der Verlegung kraftschlüssig mit 2-Komponenten-Reaktionsharz verschlossen werden, um eine schadensfreie Verlegung von Bodenbelägen zu gewährleisten.

Bei unzureichend trockenen Untergründen auf Zementbasis sind wasserdampfdiffusionsbremsende Grundierungen erforderlich. Diese Absperrmaßnahmen sind notwendig, wenn die Restfeuchte nicht vollständig austrocknen kann und im Untergrund noch keine Schäden verursacht hat. Die pH-Werte der Haftschlämmen liegen bei etwa 11, und die Produkte enthalten keine auf Stahl korrosionsfördernd wirkenden Bestandteile, sodass sie auch bei Fußbodenheizungen eingesetzt werden können.

Wirtschaftlichkeit und Bauablaufoptimierung

Die verkürzten Wartezeiten ermöglichen eine erhebliche Beschleunigung des Bauablaufs. Während herkömmliche Zementestriche mehrere Wochen Trocknungszeit benötigen, können auf Schnellestrichen bereits nach einem Tag keramische Beläge wie Fliesen, Naturwerkstein- und Betonwerksteinplatten verlegt werden. Diese Zeitersparnis reduziert Stillstandzeiten und ermöglicht eine schnellere Projektabwicklung bei gleichzeitig hoher Formstabilität und Belastbarkeit des Estrichs.